Die Nutzung der Schwefelquellen zur Förderung des Wohlergehens hat in Baden eine lange Tradition und geht auf die Zeit der Römer zurück.
Als älteste Thermalquelle gilt die Römerquelle, die deshalb auch als
„Ursprungsquelle“ bezeichnet wird. Sie kann auch heute noch im Zuge von
Stadtführungen besichtigt werden.
Um die Ursprungsquelle im heutigen Kurpark entwickelte sich ein
ausgedehnter Kurbezirk. Die Entwicklung der Stadt wurde durch die
Kurgäste und das Kurwesen beeinflusst. Persönlichkeiten wie Kaiser
Friedrich II., Kaiserin Maria Theresia, Kaiser Franz II., Ludwig van
Beethoven oder Grillparzer kamen gerne nach Baden. Unter Kaiser Franz
II. erlebte Baden seine Blütezeit als Kurort von Weltgeltung.
In Baden gibt es insgesamt 14 natürliche Quellen und 2 Bohrungen. Die
1924 gefasste Marienquelle gilt nicht nur als jüngste, sondern auch als
größte und wärmste Thermalquelle der Stadt. Sie versorgt mit ihrem
Schwefelwasserbrunnen – neben der Römerquelle und der Josefsquelle – das
Badener Kurzentrum sowie das Strandbad.
Die Badener Heilquellen sind definiert als
„Calcium-Natrium-Magnesium-Sulfat-Chlorid-Schwefel-Mineraltherme“. Die
Badener Wässer haben einen Gehalt von knapp 12mg/ml freiem Schwefel
(Sulfid), die Heilsubstanz wird über die Haut und Schleimhäute
aufgenommen, weiter über das Blut und in Gelenken, Muskeln, Sehnen und
Bindegewebe. Der menschliche Körper besteht zu 0,25% aus Schwefel.
Schwefel ist einer von drei für den Stoffwechsel wichtigen
Eiweißbausteinen.

Über die Wirkung des Schwefelwasserstoffes in Thermen gibt es
zahlreiche wissenschaftliche Arbeiten. Schwefel hemmt lokale chronische
Entzündungen, fördert die Regeneration des Bindegewebes, unterstützt die
Knorpelerneuerung, verbessert die Durchblutung, wirkt antiallergisch,
hat eine hemmende Wirkung auf Pilze und Bakterien, wirkt bei chronischen
Hauterkrankungen wie Neurodermitis und Psoriasis und vermindert die
Zell- und Gefäßalterung. Schwefel trägt außerdem zur Senkung des
schädlichen „LDL-Cholesterins“ sowie zur Verringerung des
Homocystein-Spiegels (körpereigenes Stoffwechselprodukt) bei.
Die Heilkräfte entfalten sich durch Bad, Packung oder Trinkkur und
betreffen auch Haut und Schleimhäute. Anwendungen von
Schwefeleinzelbädern erfolgen zum Beispiel bei rheumatischen
Beschwerden, Gicht, Erkrankungen des Bewegungs- und Stützapparates sowie
chronischen Hauterkrankungen. Durch die Anregung der Durchblutung der
Haut kann es zu einer Rötung der Haut kommen, Schmerzen werden
reduziert, ein Entspannungseffekt tritt ein.
Bei den Schwefelpackungen wirkt einerseits die Wärme und das
Schwefelheilwasser. Die Heilwasser-Trinkkuren werden seit Jahrhunderten
angewendet bei Beschwerden des Stütz- und Bewegungsapparates, bei
Magen-Darm-Trakt-Erkrankungen und zur Unterstützung der
Harnausscheidung.
Empfohlene Anwendung:
2-3 mal täglich 1 Becher zwischen den Mahlzeiten.
Das Badener Schwefelheilwasser, das mit einer natürlichen Temperatur von
ca. 36°C an die Oberfläche tritt, leistet sowohl im Rehab- als auch im
Präventionsbereich einen wichtigen Beitrag in der Gesundheitsvorsorge.
Das Wasser sollte am besten frisch vom Trinkbrunnen im Badener
Kurzentrum getrunken werden.
Wirkung und Anwendungsbereich:
Kontraindikationen:
Badener Kurzentrum