Das Haus in der Schimmergasse 17, bekannt als Nicoladoni-Haus, wurde
ursprünglich als Hotel gebaut. Da es aber von der Badener
Hotelier-Vereinigung nicht genehmigt wurde, ging es auch nie als solches
in Betrieb.
Nach dem Zweiten Weltkrieg beschlagnahmten die Russen das Gebäude und
etablierten hier den Militärgerichtshof für ganz Österreich.
AIs Baden 1945 zum Hauptquartier der sowjetischen Besatzungsmacht wurde,
kam es anfänglich in der Stadt zu Plünderungen, Vergewaltigungen und
Erschießungen durch Soldaten der Roten Armee. Einige dieser Verbrechen
fanden in der Nikoladoni-Villa, die dem sowjetischen Geheimdienst als
Zentrale diente und damals mit Stacheldraht umzäunt war, statt. Ein paar
in diesem Übergangsgefängnis inhaftierten und gefolterten Österreicher
hat man später in die UdSSR verschleppt oder nach Sibirien verschickt.
Es existieren zahlreiche schriftliche und mündliche Berichte, wonach
sich bis 1955 vor allem im Keller dieses Gebäudes (so wie auch in den
meisten anderen unterirdischen Räumen der umliegenden Häuser) furchtbare
Gräueltaten abgespielt haben. Nach einer wissenschaftlichen Publikation
des Instituts für Kriegsfolgenforschung wurden in der Villa 153 Menschen
zum Tode verurteilt, von dort aus nach Moskau gebracht und in der
russischen Hauptstadt hingerichtet.
Gabriele Hasmann, Stadtgeheimnisse