GemeinfreiRinglinie (im Bild Wagen 104, Baujahr 1894) vor dem Kurhaus (heute Casino), zwischen 1899 und 1927
Am 30. August 1899 nahm die Badener Ringlinie ihren Betrieb auf. Sie
führte vom Josefsplatz über die Ringstraßen, vorbei an Kurhaus, Kurpark
und Stadtpfarrkirche bis zum Bahnhof. Zeitweise herrschte reger Betrieb:
Bis 1909 fuhren die Straßenbahnen auf dem Ring sogar in Abständen von
wenigen Minuten.
Nach dem Ersten Weltkrieg stand die Ringlinie jahrelang still. Erst 1926
wurde sie auf behördliches Verlangen wieder in Betrieb genommen – doch
an ihre besten Zeiten konnte sie nicht mehr anknüpfen. Nun rumpelte sie
im sparsamen Einmannbetrieb durch Baden, und die Fahrgäste hatten
einiges auszusetzen.
Beklagt wurden die mittlerweile großen Intervalle, das alte, „polternde“
Wagenmaterial und die hohen, „hutschenden“, also schaukelnden
Plattformen. Es hieß, die Wartezeit habe sogar gereicht, um sich
zwischendurch Zigaretten zu kaufen (heute eigentlich ganz normal bei
Badener Bahn und Bus). Auch die Aufenthalte in den Ausweichen konnten
dauern.
Am 22. Juli 1928 war endgültig Schluss. Wegen des geringen
Fahrgastaufkommens wurde die Ringlinie eingestellt und durch einen
Autobus ersetzt. Große Abschiedsszenen blieben aus: Die Badener Zeitung
stellte trocken fest, man weine ihr „keine Träne“ nach.
So verschwand ein Stück Badener Verkehrsgeschichte – rumpelnd,
schaukelnd und offenbar ohne allzu viele gebrochene Herzen.